Kirchliche Kulturgüter
Brigels. Die Dichte an kunsthistorisch wertvollen
Kirchen und Kapellen in Brigels ist schon fast
einzigartig.
Pfarrkirche «Maria
Himmelfahrt»: Obschon
sie auch in der päpstlichen Urkunde von 1185 erstmals erwähnt
wird, ist sie viel älter. Ob hingegen
mit der in der Tello-Urkunde von 765 genannten Kirche «ad
sanctam Mariam» die Kirche von Brigels oder
eine andere gemeint ist, kann heute nicht mehr eindeutig
belegt werden. Beim Kirchenum- und Neubau 1963/64 wurde
nach gross angelegten Aus-grabungen das
Langhaus abgebrochen. Architekt Georg Berther aus Zürich
plante eine moderne fensterreiche Südwand
mit einer flachen Holzdecke. Sie soll die Wärme
einer Bündner Stube ausstrahlen.
Kapelle St. Jakob (rätoromanisch S. Giacun): Die
Kapelle stand hier bis in die Siebzigerjahre ganz alleine auf
weiter Flur. Die Aussenmalereien, aus dem Jahre 1515,
stammen von den oberitalienischen Brüdern Soregno.
In der Mitte steht Jakobus der Ältere,
links Jodok mit der Krone zu Füssen, rechts erkennt
man Sebastian am Marterpfahl
sowie Christophorus. Letzterer hat die Pilger auf den
gefahrvollen Wegen begleitet.
Die Zierde der Kapelle ist die original erhaltene Schnitzdecke
mit spät-gotischen Kielbogen und
zierlichen Blattranken an den Längs- und Querfriesen.
Diese wunderschöne Holzdecke enstand im 1514,
gemeinsam mit der Kapelle.
Kapelle St. Martin: Das schmucke Gotteshaus St. Martin
war eine fürstliche Stiftung und muss im frühen Mittelalter
entstanden sein. Ein Bijou ist der restlos erhaltene
und in der originalen Bemalung leuchtende
spätgotische Flügel-altar aus dem
Jahre 1508. Der aussen am Kirchturm gemalte Christophorus entstand erst im Jahre 1927.
Kapelle St. Eusebius (rätoromanisch S. Sievi):
Die Kapelle wie auch der schlanke romanische Turm
ragen Stolz auf dem steilen
Hügel nördlich des Dorfes
empor. Das Gotteshaus wird erstmals in der päpstlichen Urkunde
von 1185 erwähnt. Das Prunkstück der
Kapelle bildet der spätgotische Altarschrein
des Memminger Meisters Ivo
Striegel von 1486. Das sehenswerte Dreikönigsbild
an der Südwand stammt von den Gebrüdern Seregno, zweite Hälfte des 15.
Jahrhunderts.
Die Schlüssel
zu den Kapellen sind gegen
Depot erhältlich im Center Turistic, im Sporthotel
Mulin und im Familien-hotel Alpina.
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